Die unglückliche Prinzessin

(Jutta Gorschlüter)

In einem fernen Land lebten einmal ein König und eine Königin. Sie waren sehr, sehr glücklich, denn endlich hatte sich ihr größter Wunsch erfüllt: ein Kind, eine kleine, süße Prinzessin war geboren. Nun lag sie in den Armen des Königs und lächelte ihn an.
„Du bist so wunderschön,“ sagte der König mit sanfter Stimme. „Ich verspreche, dir jeden Wunsch zu erfüllen. Du sollst das glücklichste Kind im ganzen Königreich sein!“
Die Jahre zogen ins Land und die kleine Prinzessin wuchs zu einem hübschen Mädchen heran. Lange, braune Locken umrahmten ihr zartes Gesicht. Sie hatte mehrere Dienerinnen, die jederzeit für sie da waren. Ihr großes Kinderzimmer war angefüllt mit allem nur erdenklichen Spielzeug der Welt. Man konnte meinen, sie wäre das glücklichste Kind der Welt. Aber – , das war sie nicht. Schon lange hatte niemand die Prinzessin mehr lachen hören.
„Ich will ein weißes Schaukelpferd!“ schrie sie eines Morgens, als sie noch im Bett lag. Die Dienerinnen waren sehr bemüht. Sie eilten herbei und wendeten zaghaft ein: „Kleine Prinzessin, du hast aber doch erst gestern ein Schaukelpferd bekommen!“ Noch lauter schrie sie: „Ich will aber kein braunes, ich will ein weißes!“ Sofort wurde der Wunsch dem König vorgetragen. Es verging nicht einmal eine Stunde, als der König mit einem weißen Schaukelpferd das Kinderzimmer betrat. „Schau nur, was ich dir bringe! Ist es das, was du dir gewünscht hast?“ Die kleine Prinzessin aber beachtete das Schaukelpferd gar nicht. Sie hatte sich bereits etwas Neues ausgedacht: das Frühstück! Erdbeeren mit Pudding sollte es geben und während sich eine Dienerin bereits eilig auf den Weg in die Küche gemacht hatte, schrie die Prinzessin aus Leibeskräften: „Ich habe Hunger! Ich will sofort Erdbeeren mit Pudding!“
Als das gewünschte Frühstück wenig später hereingebracht wurde, ließ sie es jedoch unberührt auf dem Tisch stehen. Sie stellte sich vor ihren Vater und sagte: „Meine Puppen gefallen mir nicht mehr. Ich will neue Puppen haben! Eine schöne Puppe will ich, die größte und schönste, die es gibt!“ Der König seufzte. Aber er versprach seiner Tochter, ihr die schönste Puppe des Landes zu bringen. Und so ging es weiter den ganzen Tag. Statt zu regieren, war der König nur damit beschäftigt, die Wünsche seiner Tochter zu erfüllen. Und die wurden immer größer und größer.
Einmal wünschte sie sich einen Teddybären, der laufen konnte, dann wieder wollte sie plötzlich auf einem Elefanten reiten. Am Tag darauf sollte man ihr eine Schaukel bauen, die höher war als die Zinnen des Palastes. Mitten im Sommer wollte sie gar einen Schneemann bauen und auf Wunsch der Prinzessin verlegte man schließlich sogar das Osterfest in den Winter, nur weil die Prinzessin die bunten Eier unbedingt im Schnee suchen wollte.
Mit der Zeit wurden die Wünsche der Prinzessin immer ausgefallener und unerfüllbarer. Die Handwerker des Landes waren Tag und Nacht damit beschäftigt, Unmögliches möglich zu machen. Wenn die kleine Prinzessin aber nicht bekam, was sie wollte, schrie und tobte sie und ließ niemanden an sich heran. Das waren für den König und die Königin die schlimmsten Stunden und der König versuchte alles, um die Wünsche seiner Tochter zu erfüllen, so, wie er es damals versprochen hatte.
Das königliche Personal war anfangs noch sehr rücksichtsvoll. Doch im Laufe der Zeit änderte sich das. Dieses Kind schrie und tobte unentwegt, es beschimpfte jeden, der nicht sofort alles möglich machte, was es wollte. Schon hatten einige Diener und Dienerinnen das Schloß verlassen; ja, es gab kaum noch ein Kindermädchen im ganzen Land, das nicht schon für ein paar Tage im Schloß gearbeitet hatte. Länger als eine Woche aber hielt es niemand bei der Prinzessin aus. Selbst die Eltern warteten sehnsüchtig auf die abendliche Stunde, wenn ihr Kind vor Erschöpfung einschlief.
Als dann eines Tages auch das letzte Kindermädchen gegangen war, stürmte die Prinzessin am darauffolgenden Morgen in das Schlafgemach ihrer Eltern. „Es soll sofort jemand mit mir spielen!“ rief sie. „Ich will, dass sofort jemand mit mir Ball spielt. Und zwar mit einem rot – blau karierten Ball!“ „Aber Kind,“ versuchte die Mutter einzulenken, „du hast doch hundert Bälle in allen nur denkbaren Farben und Mustern…“
„Aber -, ich will einen rot-blau karierten!“ rief die Prinzessin und begann plötzlich zu weinen. Und dann flossen tatsächlich zwei dicke Kullertränen über ihre Wangen. „Schon gut, schon gut,“ beruhigte sie der König, erhob sich aus dem Bett und gab Befehl, unverzüglich einen rotblau karierten Ball anfertigen zu lassen. „Und jemand soll mit mir spielen!“ setzte die Prinzessin nach. „Jetzt sofort!“ „Ja, ja, ich weiß,“ seufzte der König müde, während er sich vor dem Spiegel die Krone zurechtrückte. „Ich brauche einen Moment Zeit …“
Da sich an diesem Morgen niemand fand, der mit der Prinzessin spielen wollte, beschloß der König, selbst diesen Tag seiner Tochter zu widmen. Er legte seine Krone also wieder beiseite und ging bald darauf ins Zimmer der Prinzessin. In der Hand hielt er einen rotblau karierten Ball. „Siehst du!“ sagte er lächelnd, als er die große Flügeltür öffnete, „hier ist der Ball, den du dir gewünscht hast!“ Doch die Prinzessin wollte nicht mehr mit dem Ball spielen. Und überhaupt: jedesmal, wenn der König bereit war, dass zu spielen, was seine Tochter vorschlug, überlegte sie sich etwas Neues. Der Tag verging und die beiden hatten nicht ein einziges Spiel zusammengespielt. Am Abend fühlten sich beide erschöpft.
Dann aber kam dem König ein wundervoller Einfall. Er würde die Prinzessin überraschen, indem er für den morgigen Tag ein Kind kommen ließ, als Spielgefährtin für seine Tochter.
Ein Kind war schnell gefunden: die Tochter der Köchin. Nicht, weil sie unbedingt mit der Prinzessin spielen wollte. Das heißt, spielen wollte sie schon, aber sie hatte oft genug gehört, wie die Prinzessin schrie und tobte. Sie konnte sich deshalb einfach nicht vorstellen, wie man mit diesem Mädchen spielen sollte. Jedoch hatte der König ihr eine schöne Puppe versprochen, wenn sie nur für einen Tag mit seiner Tochter verbringen würde.
Anna stand also pünktlich zur verabredeten Zeit im Thronsaal des Palastes und wurde vom König begrüßt. Er nahm sie bei der Hand und führte sie zum Zimmer seiner Tochter. Ein Stück weit öffnete er die breite Flügeltür, steckte den Kopf durch den Spalt und sagte: „Guten Morgen, liebste Tochter! Schau, ich habe eine Überraschung für dich!“ Neugierig schaute die kleine Prinzessin auf. Nun standen sich die beiden Kinder gegenüber und schauten sich an. Anna sah staunend auf die Prinzessin, die umgeben war von all ihrem Spielzeug. „Anna ist hier, um mit dir zu spielen!“, sagte der König. „Sie ist meine Überraschung für dich!“ Einen Moment schien die Überraschung geglückt. Doch dann rief die Prinzessin: „Ich will jetzt aber nicht spielen. Ich will reiten!“ Mit diesen Worten schritt sie an Anna vorbei aus dem Zimmer. „Ihr könntet doch zusammen reiten“, versuchte der König einzulenken. „Nein, ich will nicht!“ rief die Prinzessin, „die kann von mir aus zugucken!“ und lief weiter.
Nach dem Reiten ging die Prinzessin in ihr Zimmer. Anna folgte ihr. Die kleine Prinzessin sah ihre Spielgefährtin mit funkelnden Augen an.
Plötzlich sagte sie: „Du sollst jetzt mit mir spielen! Los, mach schon!“
„Ja, aber was sollen wir spielen?“ fragte Anna zaghaft. Zum erstenmal traute sie sich etwas zu sagen.“ „Mit Puppen!“ war die kurze Antwort. Doch kaum hielt Anna eine der Puppen im Arm, kam die Prinzessin auf sie zu und riß sie ihr weg. „Gib her, die will ich haben!“ Anna schaute sie verwundert an, entschied sich dann aber für eine der vielen anderen Puppen. Doch wieder protestierte die Prinzessin und rief: „Nein, die nicht!“ So ging es noch einige Male. Anna war ziemlich enttäuscht.
„Welche darf ich denn nehmen?“ fragte sie verunsichert. „Gar keine!“ sagte die Prinzessin. „Du darfst nicht mit meinen Puppen spielen! Und außerdem will ich überhaupt nicht mehr spielen. Und mit dir auch nicht mehr!“ Mit diesen Worten fasste sie Anna am Arm und schob sie zur Tür. Der König und die Königin hatten alles aus der Nähe mit angehört. Sie waren sehr betrübt.
In den nächsten Tagen und Wochen versuchten noch viele andere Kinder ihr Glück, aber nie war eines zu bewegen, auch nur ein zweites Mal ins Schloss zu kommen.
Eines Tages nun zog eine Schauspielertruppe durch die Stadt. Sie erfreuten die Leute mit ihren bunten Geschichten und atemberaubenden Kunststücken. Auch sie hörten von der Prinzessin und davon, dass der König jedem Kind ein großes Geschenk versprach, wenn es nur einen Tag mit seiner Tochter verbringen würde.
Die Schauspieler hatten einen Sohn. Er hieß Lukas und war im gleichen Alter wie die Prinzessin. Lukas wünschte sich schon seit langer Zeit nichts sehnlicher als ein eigenes Pony. Deshalb wollte er sein Glück versuchen und meldete sich im Schloss. Und tatsächlich, der König versprach dem Jungen bereitwillig ein Pony, wenn er mit seiner Tochter spielen würde.
Doch auch Lukas hatte nicht mehr Glück als die anderen Kinder. Schon nach zwei Stunden verließ er wütend und enttäuscht das Schloss. Er lief geradewegs zum Wohnwagen seiner Großmutter und erzählte ihr von den Beleidigungen, die er sich hatte anhören müssen, von dem vielen Spielzeug, mit dem er aber nicht spielen durfte und den unmöglichen Wünschen der Prinzessin. „Sie ist so gemein!“, stieß Lukas heftig hervor, „und bloß wegen ihr bekomme ich jetzt mein Pony nicht! “Schließlich begann er herzzerreißend zu weinen.
Die Großmutter nahm den Jungen in den Arm und tröstete ihn. „Weißt du,“ sagte sie, „ich glaube, die Prinzessin ist unglücklich!“
Lukas schaute seine Großmutter ungläubig an. „Unglücklich? Die?“ „Ja“, antwortete die Großmutter, „sehr unglücklich sogar. Aber vielleicht kannst du ihr helfen. Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich dein Wunsch ja doch noch …“
An diesem Tag unterhielten sich die beiden noch lange miteinander und bald hörte man lebhafte Stimmen aus dem Wohnwagen.
Am nächsten Tag ging Lukas wieder zum Schloß. Wie erstaunt war der König, als er den Jungen sah. Etwas ungläubig fragte er: „Willst du es wirklich noch einmal versuchen?“ „Ja“, sagte Lukas entschlossen. „Aber diesmal habe ich einen Wunsch, und den kann mir nur die Prinzessin erfüllen. Nur wenn sie dazu bereit ist, werde ich mit ihr spielen!“ Der König war einverstanden, denn er wusste doch, dass seine Tochter jetzt jeden Tag darauf bestand, ein Kind zum Spielen zu haben, auch wenn sie selbst jeden Besuch wieder vergraulte. Und besonders schlimm waren die Tage, an denen überhaupt niemand zum Spielen kam. Also gingen sie zusammen zur Prinzessin und der König erzählte ihr von dem Wunsch des Jungen.
Darauf aber wollte sich die Prinzessin schon gar nicht einlassen. „Ich mach doch nicht, was der will!“ schrie sie. „Also gut“, sagte Lukas mit fester Stimme, „dann gehe ich eben wieder!“ Darauf drehte er sich um und verließ ruhigen Schrittes das Schloß.
Am nächsten Tag wiederholte sich das Spiel. Wieder war die Prinzessin nicht einmal bereit, seinen Wunsch anzuhören. Am dritten Tag war es ebenso, doch diesmal sagte Lukas zum König: „Noch einmal komme ich nicht, aber wenn die Prinzessin meinen Wunsch hören will, kann sie mich rufen lassen!“ Drei weitere Tage vergingen. Tage, die die Prinzessin allein verbrachte. Am vierten Tag schließlich schickte man nach Lukas mit der Nachricht, dass die Prinzessin bereit sei, seinen Wunsch anzuhören.
Lukas ging also zum Schloß, durchquerte die große Eingangshalle und lief geradewegs zum Zimmer der Prinzessin. Als sie die Zimmertür öffnete, sagte er: „Also, hör zu. Ich wünsche mir, dass wir zuerst zwei Stunden lang mein Spiel spielen, bevor wir dann dein Spiel spielen!“ Die Prinzessin schaute ihn verblüfft an, aber an seinen Augen konnte sie ablesen, dass er entschlossen war, wieder fortzugehen. Das und vielleicht auch etwas Neugierde bewog sie schließlich zuzustimmen. Etwas mürrisch gab sie ihm das Zeichen einzutreten.
„Mein Spiel geht so“, sagte Lukas. „Für zwei Stunden bist du Lukas und ich bin die Prinzessin. Wir tauschen einfach unsere Kleider! Du darfst während der ganzen Zeit nur so sein wie ich. Und ich bin so wie du!“ Die Prinzessin brauste auf: „Das will ich aber nicht! Ich will nur machen, was ich will!“ „In Ordnung,“ sagte Lukas ruhig, „dann gehe ich eben wieder!“ Schon wollte er sich umdrehen und zur Tür hinausgehen.
Nun weiß aber jedermann, wie schlimm es ist, wenn man sich allein fühlt und besonders die Prinzessin wußte, wie weh das tat. Das bewog sie schließlich auch, Lukas zurückzurufen und sich auf sein Spiel einzulassen. Also tauschten sie die Kleider. Die Prinzessin zog Lukas‘ Hose, sein Hemd und auch seine Schuhe an. Lukas streifte sich ihr Kleid über.
In dem Moment aber, als Lukas die Kleider der Prinzessin anhatte, veränderte er sich mit einem Mal. Plötzlich tobte er und schrie herum, riß der Prinzessin das Spielzeug aus der Hand, beschimpfte sie sogar und schubste sie herum. Die Prinzessin, die jetzt Lukas war, stand da mit offenem Mund und besah sich das meisterhafte Schauspiel. Und Lukas war wirklich ein guter Schauspieler. Er spielte und spielte -, und dann passierte es: die kleine Prinzessin fing an zu lachen. Erst vorsichtig, dann immer lauter und lauter, bis sie sich schließlich vor Lachen nur so schüttelte. Lukas aber, durch das Lachen angefeuert, spielte weiter. Er spielte seine Rolle so gut, als wenn er monatelang dafür geprobt hatte.
Im Vorraum des Kinderzimmers lauschten der König und die Königin. Sie hörten jedes Wort, aber am schönsten war es, dass sie seit langer Zeit ihre Tochter endlich wieder lachen hörten.
Jetzt rief Lukas nach dem König: „Ich will sofort ein schwarzes Kaninchen haben!“ schrie er. Der König durchschaute das Spiel und spielte mit. Er befahl, sofort ein schwarzes Kaninchen zu bringen, doch kaum war es da, schrie Lukas nach einem weißen. Als schließlich auch das weiße gebracht wurde, rief er nach einem gefleckten, dann nach einem mit Hängeohren und dann nach einem, das Kunststücke machen konnte. Als der König auch dieses brachte, mischte sich schließlich die echte Prinzessin ein: „Wieso willst du immer etwas anderes haben?“ fragte sie den Jungen. Und zu ihrem Vater sagte sie: „Warum erfüllst du ihm jeden Wunsch?“ Da war es mit einmal ganz still im Zimmer. Der König ging zu seiner Tochter, seufzte und sprach: „Weil ich versprochen habe, meiner Tochter jeden Wunsch zu erfüllen, damit sie das glücklichste Kind in meinem Königreich ist!“ .
„Aber – “, flüsterte die Prinzessin: „- das bin ich nicht!“ „Ich weiß …“ sagte der Vater, nahm er seine Tochter in den Arm und drückte sie ganz fest an sich.
Lukas bekam schließlich doch noch seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt, ein eigenes Pony, wenngleich er auch an diesem Tag nicht länger bei der Prinzessin blieb. Das aber wird jeder verstehen. In den nächsten Tagen kam er täglich zum Schloss, um mit der Prinzessin zu spielen. Einige Wochen später zog er dann mit seiner Familie weiter in eine andere Stadt.
Im Schloss herrschte fortan wieder eine fröhliche und freundliche Stimmung Man hörte lautes Kinderlachen und täglich kamen Kinder, um mit der Prinzessin zu spielen.

Copyright by Jutta Gorschlüter, 48167 Münster

 

 

Die Prinzessein, die ihr Schloss suchte

(Jutta Gorschlüter)

 

Katrin war sieben Jahre alt und ging in die erste Klasse. Sie ging wirklich gern zur Schule. Nur mit dem Lesen tat sie sich schwer. Es war so anstrengend aus den einzelnen Wörten Sätze zu bilden. Und deswegen machte es ihr auch keinen Spaß.

„Lesen ist doof!“, dachte sie, und sie tat es nur, wenn es unbedingt sein mußte. Am liebsten drückte sie sich davor.

Am Ende des ersten Schuljahres aber änderte sich das, und der Grund dafür war eine ganz seltsame Geschichte, die wirklich nicht jeden Tag passiert.

Jeden Tag auf dem Heimweg von der Schule, durchquerte Katrin einen kleinen Park. Eines Tages hörte Katrin ein seltsames Geräusch. Es klang wie ein leises Schluchzen und kam aus einem Gebüsch am Rande des Weges.

Katrin blieb stehen und sah sich um. Weil sie nichts entdecken konnte, ging sie näher an das Gebüsch heran. Vorsichtig schob sie die Zweige zur Seite. Und was sah sie? Eine winzig kleine Person saß auf dem Boden und hatte den Kopf in die Hände gestützt. Verwundert sah Katrin genauer hin. Sie staunte: die war aber klein! Gerade mal so groß, daß sie auf ihrer Hand Platz hätte.

Katrin zögerte, doch dann bückte sie sich, kroch unter die Zweige und hockte sich neben die kleine Gestalt. Ein zartes, verweintes Mädchengesicht schaute erschrocken zu ihr auf. „Kein Angst. Ich tue dir nichts“, versicherte Katrin. „Aber, wer bist du denn überhaupt?“

„Ich – „, schniefte das Mädchen mit leiser Stimme, „ich bin die Prinzessin.“ „Eine Prinzessin?“ wiederholte Katrin ungläubig. „Was machst du denn hier im Gebüsch?“ Die kleine Prinzessin fing an zu weinen. WinzigeTränen kullerten ihr übers Gesicht. „Ich will nach Hause!“, schluchzte sie.

„Nicht weinen!“ versuchte Katrin sie zu beruhigen, „ich verstehe ja, dass du nach Hause willst…aber – wo wohnst du denn?“ „Im Schloß“, flüsterte die kleine Gestalt. Katrin überlegte: Klar, Prinzessinnen wohnen in einem Schloß. Aber in dieser Gegend gab es doch gar kein Schloß.

„Sag mal, wie kommst du denn hierher?“, fragte sie weiter. Die Prinzessin wischte sich die Tränen ab. „Ich – „, sagte sie leise, „ich bin aus dem Buch herausgefallen!“ „Du bist was??“ Katrin schaute sie verdutzt an: „Also, nun verstehe ich gar nichts mehr!“ „Ich bin aus dem Märchenbuch herausgefallen“, wiederholte die Prinzessin.

„Das geht?“ Katrin bekam große Augen. Die Prinzessin nickte traurig.

„Ach du meine Güte!“ Langsam begriff Katrin. „Das ist ja schrecklich!“ Die Prinzessin tat ihr wirklich leid. „Komm“, sagte sie kurzentschlossen, „ich nehme dich erstmal mit nach Hause. Und dann versuchen wir dein Schloß wiederzufinden!“ „Wirklich?“ Die kleine Prinzessin schaute Katrin mit großen Augen an: „Das willst du wirklich tun?“ „Na klar,“ sagte Katrin, „das kriegen wir schon hin!“ Behutsam nahm sie die Prinzessin auf die Hand. So aus der Nähe konnte sie sehen, daß es wohl eine echte Prinzessin sein mußte, denn sie trug ein zartes, wunderschön schimmerndes Prinzessinnenkleid.

„Ich muß mein Schloß aber schnell finden!“, sagte die Prinzessin besorgt, „sonst bekomme ich Ärger. Und du darfst mich nicht verraten! Eigentlich sollte ich nämlich in meinem Zimmer bleiben …!“ „Ich verrate dich nicht,“ sagte Katrin, „Ehrenwort!“

Als sie Zuhause angekommen waren, ging Katrin sofort in ihr Zimmer. „Katrin!“ Das war ihre Mutter. Sie rief aus der Küche. „Katrin, willst du nicht erst essen?“ „Nein, lieber später“, antwortete Katrin schnell. „Ich will noch etwas lesen.“ Kurz darauf steckte die Mutter den Kopf zur Tür herein: „Was willst du? Lesen?“ Erstaunt sah sie ihre Tochter an.

Katrin stand mitten im Zimmer und hielt die Hand, auf der die Prinzessin saß, hinter dem Rücken versteckt. „Ja!“, wiederholte sie betont gelassen, “ ich möchte etwas lesen!“ „Das höre ich aber gern,“ sagte die Mutter. „Und was willst du lesen?“ „Ach, nur ein paar Märchen. Weißt du vielleicht, wo das Märchenbuch geblieben ist?“ fragte Katrin. „Warte mal, ich glaube hier ist es.“ Die Mutter ging zum Bücherregal und zog ein dickes Buch aus der hintersten Ecke. „Das ist eine Sammlung der bekanntesten Märchen!“ sagte sie und hielt es ihrer Tochter entgegen. „Danke,“ sagte Katrin, „damit fange ich dann erst mal an!“ Sie grinste. So verblüfft hatte sie ihre Mutter noch nie gesehen.

Als sie wieder alleine waren, setzte Katrin die Prinzessin vorsichtig auf ihr Bett. Dann machte sie es sich gemütlich. Die kleine Prinzessin seufzte: „Ich kann leider nicht lesen“, sagte sie. „Na, sonderlich gut kann ich das auch nicht“, meinte Katrin, „aber ich hab` ja versprochen, dir zu helfen. Also fangen wir an!“

Katrin schlug das Buch auf. Zuerst las sie im Inhaltsverzeichnis: „D-i-e  B-r-e-m-e-r … “ Das nächste Wort kannte sie, ohne es zu lesen: „Stadtmusikanten“. Darin gab es keine Prinzessin, das wußte sie genau. Also das nächste: „H-ä-n-s-e-l  …  und Gretel“, las sie schnell zuende. Aber auch in diesem Märchen kam keine Prinzessin vor.

„Du kannst ja wirklich lesen!“ sagte die kleine Prinzessin bewundernd. „Natürlich“, erwiderte Katrin, „es ist gar nicht so schwer …“ Na, das war ein bißchen geflunkert, denn sie musste sich schon ziemlich anstrengen. „Ach, wenn ich das doch auch schon könnte!“ seufzte die kleine Prinzessin.

Stolz las Katrin weiter: “ ‚Die Prin-zess-in auf… der Erbse‘. Sag‘ mal, bist du vielleicht die Prinzessin auf der Erbse?“ „Ich weiß nicht“, sagte die kleine Prinzessin. „Warte“, sagte Katrin, „ich lese dir mal die ersten Sätze vor!“ Langsam reihte sie Wort an Wort, las Satz für Satz, bis sie die ganze erste Seite gelesen hatte.

Die Prinzessin unterbrach sie: „Augenblick mal“, sagte sie, „ich glaube, das hier ist nicht meine Geschichte. Nein, bestimmt nicht! Weißt du, meine Eltern haben mich nie von Zuhause weggeschickt. Ich war doch in unserem Schloß, in meinem Zimmer. Hast du noch eine andere Geschichte?“.

Und so las Katrin auch noch das Märchen vom Froschkönig. Nach und nach merkte sie, wie das Lesen immer fließender und leichter wurde. Die kleine Prinzessin hörte aufmerksam zu. Plötzlich sagte sie: „Das ist auch nicht meine Geschichte, aber kannst du nicht trotzdem weiterlesen? Ich würde so gerne wissen, wie sie ausgeht …“

Als Katrin fertig war, sagte sie: „So, Prinzessin, jetzt habe ich aber Hunger! Du auch? Soll ich uns etwas zu Essen holen? Was möchtest du?“ „Oh ja“, sagte die kleine Prinzessin. ,,Ich habe einen Riesenhunger! Ich möchte ‚gebratene Taube mit Kartoffelklößen und Heidelbeerkompott‘!“

Katrin sah sie verdutzt an. „Also,“ sagte sie, „so etwas haben wir glaube ich nicht. Wir wohnen schließlich nicht in einem Schloß! Aber ich guck` mal, was es zu Mittag gibt. Und sonst kannst du ja ein Käsebrot essen, wenn du willst.“ Katrin lief hinunter in die Küche: „Mama, gibt es heute zufällig ‚gebratene Taube mit Kartoffelklößen und Heidelbeerkompott‘?“ Die Mutter schaute sie erstaunt an: „Na, du bist wohl auf den Geschmack gekommen!“ lachte sie. „Bei uns gibt es heute: ‚gebratene Würstchen mit Kartoffeln und Apfelkompott‘. Was hältst du davon?“

Wenig später saß Katrin am Mittagstisch und ließ es sich schmecken. „Lesen macht ganz schön hungrig!“, sagte sie mit vollem Mund. „Das scheint mir auch!“ lachte die Mutter, als sie die dritte Portion auf Katrins Teller packte.

„Sag mal, müsst ihr die Märchen für die Schule lesen?“ fragte sie. „Ach nein“, antwortete Katrin und tat so, als wäre gar nichts besonderes. „Das mach` ich nur so. Weißt du, Mama, ich interessiere mich besonders für Märchen, in denen Prinzessinnen vorkommen!“ Sie sah ihre Mutter fragend an: „Kennst du welche?“ Die Mutter überlegte: „Warte mal: Die Prinzessin auf der Erbse, Schneewittchen, der Froschkönig, Dornröschen, Aschenputtel“, zählte sie auf. „Oh, Super!“ rief Katrin und sprang auf: „Dornröschen und Aschenputtel hatte ich noch nicht!“.

Schon wollte sie in ihr Zimmer laufen, aber da fiel ihr ein, daß die Prinzessin ja auch Hunger hatte. „Mama“, bat sie, „darf ich ausnahmsweise in meinem Zimmer weiteressen? Bitte!“ „Du willst mir doch nicht erzählen, daß du noch mehr Hunger hast!“ Die Mutter schaute sie ungläubig an. „Bitte, Mama, nur eine winzige Portion!“, bettelte sie, „eine ‚Prinzessinnenportion‘!“ „Na gut, meine Prinzessin, aber das Personal hat heute frei! Du mußt das Geschirr also nachher selbst zurücktragen und wegräumen!“ „Danke, Mama, wird gemacht!“ Katrin belegte sich schnell den Teller. Dann flitzte sie los.

He, wo bist du?“ rief Katrin leise, als sie ins Zimmer kam. Dann hörte sie eine piepsige Stimme: „Nicht gucken! Ich zieh` mich gerade um!“ Katrin stellte den Teller ab und wartete gespannt. „Jetzt. Ich bin fertig.“ Neugierig bückte Katrin sich und schaute unter das Bett. Dann musste sie lachen.

Die kleine Prinzessin hatte sich das Minikleid aus dem Puppenhaus geholt und es angezogen. Es ging ihr bis zu den Knöcheln. Nun stand sie da und schaute Katrin erwartungsvoll an. „Du siehst aber lustig aus!“ meinte Katrin. Die Prinzessin guckte verlegen und wurde etwas rot: „Ich dachte, es steht mir!“ sagte sie unsicher. „Es steht dir auch“, meinte Katrin, „aber dein eigenes Kleid finde ich schöner.“

„Achso, hier, ich habe dir etwas zu Essen besorgt!“ Katrin nahm die Prinzessin behutsam hoch und setzte sie neben den Teller. Es war wirklich nur eine kleine Portion, aber für eine Prinzessin, die nicht größer war als eine Fingerpuppe, würde es schon reichen. „Mmhh, das riecht aber gut!“ sagte die Prinzessin. „Wo ist denn mein Besteck?“ „Oh! …“ Katrin stutzte: „Also, meines ist wohl etwas zu groß; da wirst du mit den Fingern essen müssen! Aber warte mal …“ Sie kramte in einer Kiste. „Hier,“ sagte sie, „du kannst eine von den Puppengabeln nehmen!“ Die Prinzessin zögerte nicht lange. Sie verputzte eine erstaunliche Menge.

„Jetzt bin ich aber satt!“ sagte sie zufrieden, als sie fertig war und rieb sich den kleinen Prinzessinnenbauch. „Liest du mir jetzt noch ein Märchen vor?“

Ach ja, die Märchen! Mama kannte ja noch zwei Märchen, in denen Prinzessinnen vorkamen. „Heißt du vielleicht ‚Schneewittchen‘?“ fragte Katrin. „Ich weiß nicht,“ sagte die Prinzessin, „ich werde immer nur ‚Prinzessin‘ genannt. Aber lies mir doch einfach vor! Es ist so spannend, etwas über andere Prinzessinnen zu hören!“

Katrin setzte sich aufs Bett, hob die kleine Prinzessin zu sich hoch und legte das dicke Märchenbuch auf ihren Schoß. Ihr Finger glitt auf der ersten Seite Zeile für Zeile abwärts. Hier standen die Titel der einzelnen Märchen. „Hier ist es“, sagte sie, „Schneewittchen! Seite 183! Warte, gleich geht’s los!“

Sie schlug die Seite auf und begann zu lesen: „Es war einmal …“ Und dann las sie und las und mit jeder Zeile ging es ein wenig besser. Jetzt begann es, ihr wirklich Spaß zu machen.

Als sie zuende gelesen hatte, seufzte die Prinzessin: „Ob ich in meinem Märchen auch so etwas Spannendes erlebe?“ „Bestimmt“, sagte Katrin, „aber wir müssen es erst mal finden! Das nächste heißt ‚Dornröschen‘. Darin kommt auch eine Prinzessin vor. Moment: Seite 203!“

Katrin fing an: „Es waren einmal ein König und eine Königin. Die wünschten sich schon so lange und sehnsüchtig ein Kind, aber …“ Wenig später fuhr die Prinzessin plötzlich hoch: „Das ist sie! Das ist sie!“ rief sie aufgeregt. „Meine Geschichte! Ganz bestimmt! Sie haben mir davon erzählt. Bei meiner Taufe waren Feen eingeladen. Ich weiß es genau!“ Die kleine Prinzessin wippte aufgeregt hin und her.

„Dann musst du ‚Dornröschen‘ heißen!“ sagte Katrin. „Ja, ja, das kann  sein!“ rief die Prinzessin, „Das ist bestimmt meine Geschichte!“ „Super!“ Katrin freute sich. Sie überlegte eine Weile. Dann zögerte sie: „Und was sollen wir jetzt machen?“

„Ich möchte bitte gerne das ganze Märchen hören“, flehte die Prinzessin sie an. „Ja, aber geht das denn?“ fragte Katrin, „ich meine, dann weißt du doch, wie es weiter geht und fällst vielleicht gar nicht mehr in diesen tiefen, langen Schlaf …“ „Du kannst es mir ruhig vorlesen“, sagte die Prinzessin. „Wenn ich wieder Zuhause bin, werde ich vergessen haben, was passiert ist! Dann bin ich gerade da, wo ich bin, und an der Geschichte wird sich nichts ändern! Außerdem erlebe ich immer nur das, was der Märchenerzähler aufgeschrieben hat. Du kannst also ruhig weiterlesen. Machst du?“ Bittend sah sie Katrin an. „Also gut,“ sagte Katrin. Und dann las sie das ganze Märchen langsam, aber fließend vor.

Als sie am Ende angelangt waren, war es ganz ruhig im Zimmer. Die Prinzessin saß auf dem Bett und eine kleine Träne rann ihr über die Wange, so gerührt war sie über das schöne Ende. Dann seufzte sie: „Ach, ich werde einen schönen Prinzen heiraten, der mich wachküßt! …“ Und nach einer Weile: „Sag mal, willst du auch einmal einen Prinzen heiraten?“ Katrin stutzte: „Äh, also ehrlich gesagt, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Aber so viele Prinzen gibt es ja nicht mehr. Es könnte auch ruhig ein ganz normaler Junge sein.“

Plötzlich kam ihr ein Gedanke. „Du, sag mal,“ murmelte sie nachdenklich, „das Buch, aus dem du herausgefallen bist, das war doch ein Märchenbuch. Und deine Geschichte kennen wir jetzt auch. Aber wie kommt ein Märchenbuch in den Park?“ „Ich weiß nicht“, sagte die Prinzessin und schaute wieder ganz traurig aus. „Ich will nach Hause!“ schluchzte sie plötzlich. Katrin nahm die Prinzessin hoch und streichelte ihr vorsichtig mit dem Finger über den Kopf. „Ich hab` dir doch versprochen, daß ich dir helfe!“ sagte sie. „Bitte nicht wieder weinen!“ Katrin überlegte kurz: „Ich glaube, ich weiß, wie du dort hingekommen bist! Es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit …!“ Die Prinzessin sah sie an: „Und wie?“ fragte sie.

„Heute morgen war die Schulbücherei geöffnet!“ sagte Katrin. „Bestimmt hat sich jemand ein Märchenbuch ausgeliehen. Den Weg durch den Park nehmen nämlich ganz viele Kinder. Das Buch ist ganz sicher aus der Schule! Aber heute können wir nichts mehr erreichen! Morgen früh nehme ich dich mit und dann werden wir weitersehen!“

„Ich bin so froh, daß du mich gefunden hast!“ Die kleine Prinzessin lächelte wieder und sah Katrin beruhigt an. „Liest du mir jetzt noch etwas vor? Aber diesmal etwas mit Tieren und nicht wieder etwas von Prinzessinnen!“ „O.k.“ sagte Katrin. „Wie wär’s mit den ‚Bremer Stadtmusikanten‘?“ „Oh ja!“ antwortete die Prinzessin und Katrin begann.

An diesem Tag las Katrin noch viele Märchen vor und sie war selbst erstaunt darüber, wie gut sie plötzlich lesen konnte. Es machte wirklich Spaß.

In der Nacht schlief die Prinzessin in dem kleinen Puppenbettchen. Am nächsten Morgen nahm Katrin sie mit zur Schule. Die Prinzessin bedauerte es sehr, daß sie nicht oben auf Katrins Schulbank sitzen konnte, aber natürlich durfte man sie ja nicht entdecken. So hockte sie im offenen Schultornister auf der Butterbrotsdose und lauschte.

Dann kam die große Pause. Jetzt hatte die Schulbücherei geöffnet. Katrin zog ihre Jacke an, damit sie die kleine Prinzessin ungesehen mitnehmen konnte. Die saß zusammengekauert in der rechten Jackentasche. Katrin öffnete die Tür zur Bücherei. „Guten Morgen!“ sagte sie laut. „Guten Morgen, Katrin“. Das war Frau Empelmann, Katrins Sportlehrerin. Sie gab heute die Bücher aus. „Ich möchte gerne ein Märchenbuch ausleihen!“ sagte Katrin. „Sollen es alte oder neue Märchen sein?“ fragte Frau Empelmann. „Alte Märchen!“ sagte Katrin, „und ‚Dornröschen‘ soll darin vorkommen!“ „Einen Moment!“ sagte die Lehrerin und blätterte im Karteikasten.

Die kleine Prinzessin steckte den Kopf aus der Tasche: „Aber das Buch kann doch gar nicht hier sein!“, wisperte sie. „Ich weiß!“ flüsterte Katrin zurück, „laß mich nur machen!“ Frau Empelmann zog drei Karten aus dem Kasten. „So“, sagte sie, „hier hätten wir’s. Wir haben drei Märchenbücher. Zwei davon kannst du dir ausleihen, das dritte haben wir gestern herausgegeben. Das kommt sicher erst in zwei oder drei Wochen zurück. Soll ich die beiden Bücher heraussuchen?“ „Nein danke.“ Katrin zögerte. „Ich -, also ich hätte gern das, was gerade ausgeliehen ist!“

Frau Empelmann sah sie verwundert an: „Aber in den anderen beiden Büchern steht auch das Märchen von Dornröschen!“ „Ja, also, die nehme ich dann auch mit!“ sagte Katrin unsicher. „Wissen Sie“, fügte sie schnell hinzu, „ich will nämlich die Märchen in den verschiedenen Büchern vergleichen!“ „Ach so!“ Frau Empelmann lachte. „Dann mußt du aber schon sehr gut lesen können!“

„Es geht schon ganz gut,“ antwortete Katrin schnell und wurde ein bisschen verlegen. „Bitte, kann ich das andere Buch vorbestellen?“ Frau Empelmann schaute auf die Karteikarte: „Es ist bis zum 3. April ausgeliehen. Übrigens: Maria Krüger hat es entliehen. Die ist doch in deiner Klasse. Ihr scheint ja das gleiche Interesse für Bücher zu haben. Du kannst sie ja bitten, es sobald wie möglich zurückzubringen.“ „Gute Idee, danke!“ Katrin drehte sich um und wollte gehen. „Hallo“ rief Frau Empelmann hinter ihr her, „was ist denn nun mit den beiden anderen Büchern?“ „Die hole ich ein anderes Mal!“ rief Katrin schnell und lief hinaus.

Auf dem Schulplatz – in einer Ecke, wo niemand sie sehen konnte – nahm Katrin die Prinzessin aus der Tasche. Sie war noch ganz außer Atem. „Hast du gehört?“ fragte sie, „ich weiß, wo das Buch ist!“ „Ja,“ sagte die Prinzessin erleichtert, „ich habe alles mit angehört. Du bist wirklich ganz schön schlau. – Aber was machen wir als nächstes?“ „Ich weiß schon!“ sagte Katrin. „Heute Nachmittag werde ich mich mit Maria zum Spielen verabreden. Die wird sich vielleicht ein bißchen wundern, weil ich bis jetzt noch nie mit ihr gespielt habe. Dich nehme ich dann natürlich mit. Und irgendwo bei ihr Zuhause muss ja das Märchenbuch sein!“

„Oh, ich freue mich so!“ jubelte die kleine Prinzessin. Dann schaute sie Katrin mit großen Augen an: „Liest du mir vorher noch etwas vor?“, fragte sie bettelnd. „Na klar“, sagte Katrin stolz, „soviel du willst!“ Es klingelte. Die Pause war zuende. „Komm, ich muß zurück in die Klasse. Dann kann ich gleich Maria fragen!“ Katrin beförderte die kleine Prinzessin vorsichtig in die Jackentasche zurück und flitzte los.

Alles klappte wie geplant. Am Nachmittag Punkt 15 Uhr stand Katrin vor Marias Haus und drückte auf die Klingel. Die Mutter öffnete. „Das finde ich aber schön, daß du mit Maria spielen willst, Katrin!“, sagte sie. „Dann sitzt sie nicht den ganzen Nachmittag in ihrem Zimmer und liest. Geh` nur hinauf, das erste Zimmer rechts. Sie ist oben und verschlingt mal wieder ein Buch nach dem anderen!“ Katrin mußte lachen: immer nur lesen – , das schien den Erwachsenen auch nicht zu gefallen …

Als sie die Treppe hinaufstieg, zappelte die kleine Prinzessin vor lauter Aufregung in ihrer Jackentasche. „Hey, halt mal still!“ flüsterte Katrin. Als sie das Zimmer betrat, saß Maria auf dem Bett und hielt ein großes Buch in der Hand. An den Figuren auf dem Umschlag erkannte Katrin sofort, daß es ein Märchenbuch sein mußte. Vielleicht war es das Märchenbuch!

„Hallo!“ sagte Katrin, „Was liest du denn gerade?“ „Das Märchen vom Hasen und dem Igel“, antwortete Maria. Katrin setzte sich: „Kann ich mitlesen?“ „Du??“ Maria schaute sie erstaunt an. Sie wußte natürlich, daß Katrin bisher nicht sonderlich gut las. Außerdem meldete sie sich nie freiwillig zum Vorlesen. Einmal hatte sie sogar versucht, sich zu drücken. Da hatte sie der Lehrerin gesagt, sie hätte Halsschmerzen und könnte deswegen nicht vorlesen. Klar, daß Maria jetzt ziemlich erstaunt guckte.

Maria selber war das, was man eine richtige Leseratte nannte. Sie verschlang ein Buch nach dem anderen und war die Beste in der Klasse. „Wir können ja abwechselnd laut lesen!“ schlug Katrin vor. „Ich steh` im Moment auf Märchen! Gestern habe ich bestimmt sechs davon gelesen!“ „Wirklich?“ Maria schaute sie ungläubig an. „Also gut,“ sagte sie dann, „fang` du an. Das nächste Märchen heißt ‚Frau Holle‘.“

Katrin spürte, wie es sich in ihrer Jackentasche bewegte. Die kleine Prinzessin war ganz aufgeregt. Aufgeregt, weil sie gleich nach Hause konnte und weil die Märchen so spannend waren.

Katrin las: „Eine Witwe hatte zwei Töchter. Die eine war schön und fleißig, die andere aber war häßlich und faul …“ Maria unterbrach sie: „Sag mal, wie hast du denn so schnell Lesen gelernt? Das klingt ja toll!“ „Zuhause!“ antwortete Katrin. Sie war stolz. „Weißt du, ich hab` einfach zwei Tage lang fast nur gelesen… „Und wieso?“, wollte Maria wissen. „Ach, weißt du …“ Katrin zögerte. „Das ist ein Geheimnis, aber vielleicht verrate ich es dir später mal!“ Dann lasen sie weiter, immer abwechselnd: ‚Frau Holle‘, ‚Der Wolf und die sieben Geißlein‘, ‚Hans im Glück‘.

„Jetzt bin ich dran!“ Maria nahm das Buch in die Hand und schlug eine neue Seite auf. Sie begann: „Dornröschen. Vor Zeiten lebten einmal ein König und eine Königin …“ Katrin zuckte einen Moment zusammen, doch dann hatte sie einen Einfall: „Du“, unterbrach sie Maria, „ich habe ganz schön Hunger bekommen vom Lesen. Glaubst du, daß du von deiner Mutter etwas zum Knabbern bekommen kannst?“ „Bestimmt!“ sagte Maria und stand auf. „Ich habe auch Hunger!“ sagte sie. „Warte, ich hole uns etwas von unten!“ „Gut“, sagte Katrin. „Dann kann ich auch eben meine Jacke ausziehen!“ Dabei versuchte sie, ganz gelassen zu wirken. In Wirklichkeit aber zitterte sie vor Aufregung.

Nachdem Maria das Zimmer verlassen hatte, nahm Katrin die kleine Prinzessin behutsam aus der Jackentasche und setzte sie auf ihre Hand. „Wir haben nicht viel Zeit!“, flüsterte sie und nahm das Buch, um nach der richtigen Seite zu suchen. Plötzlich rief die Prinzessin: „Das ist es! Das ist unser Schloß! Da, die Treppe rauf, da ist mein Zimmer!“

Katrin blätterte noch eine Seite weiter. Sie traute ihren Augen nicht: mitten auf der Seite war ein großer, weißer Fleck, gerade so, als hätte jemand eine der Märchenfiguren herausgeschnitten.

„Das ist mein Platz, mein Zimmer!“ rief die Prinzessin aufgeregt. „Anscheinend hat noch niemand mein Verschwinden bemerkt!“ Sie schaute Katrin an: „Ich danke dir vielmals für deine Hilfe! Ohne dich hätte ich mein Schloß niemals wiedergefunden!“ Und mit leiser Stimme fügte sie hinzu: „Weißt du, Katrin, ich habe gar nichts, was ich dir schenken kann! Dabei würde ich dir zum Abschied so gern etwas schenken!“

Katrin war ganz gerührt. Sie hob die Hand, so dass sie der kleinen Prinzessin direkt in die Augen sehen konnte. „Weißt du was?“ sagte sie. „Du hast mir bereits etwas geschenkt!“ „So? Was denn?“ fragte die kleine Prinzessin erstaunt. „Na, ich kann lesen! Ich meine richtig lesen! Es macht so viel Spaß, und das habe ich durch dich gelernt! Von nun an lese ich jeden Tag etwas. Zuerst alle Märchen und dann alle anderen Geschichten.“ Sie grinste.

„Schade, daß ich dir dabei nicht mehr zuhören kann!“ sagte die Prinzessin traurig. „Lebewohl, meine große Freundin!“

„Lebewohl, meine kleine Freundin!“ sagte Katrin. Dann setzte sie die Prinzessin in das aufgeschlagene Buch und winkte ihr zu. Die kleine Prinzessin machte ein paar Schritte, winkte kurz zurück und nahm den leeren Platz auf der Seite ein. Und dann erstarrte sie mit einem Mal zu der Figur auf dem Bild.

Katrin war für einen Moment ganz still und auch ein wenig traurig. Nun war das Abenteuer mit der kleinen Prinzessin vorbei. Schade, dabei hatten sie sich doch schon so aneinander gewöhnt!

Plötzlich aber strahlte sie. „He, du!“ Sie tippte die Prinzessin mit dem Finger vorsichtig an. „Ich hab eine Idee: ich leihe mir das Buch einfach aus, und Zuhause schüttele ich es ganz kräftig. Vielleicht fällst du dann noch einmal heraus! Und dann lese ich dir wieder vor! Was hältst du davon?“

Die Prinzessin blickte nur stumm geradeaus. Katrin aber meinte auf ihrem Gesicht ein kleines Lächeln gesehen zu haben.

In diesem Moment kam Maria zurück. Sie trug ein großes Tablett mit Keksen, Obst und Apfelsaft. „Hast du schon angefangen mit Dornröschen?“ fragte Maria, als sie die aufgeschlagene Seite sah. Dann stutzte sie: „Was ist denn das?“ rief sie erstaunt. Sie starrte auf die Prinzessin: „Was hat die denn für ein komisches Kleid an? …“

„Sieht aus wie ein Puppenkleid!“ meinte Katrin und grinste. Und mit einem verschmitzten Lächeln fügte sie hinzu: „Aber ich finde, es steht ihr! …“

Copyright by Jutta Gorschlüter, 48167 Münster

 

Wer wird der neue König?

(Jutta und Marie Gorschlüter)

 

Endlich ist der Winter vorbei. Die Tiere des Bauernhofes freuen sich über den Frühling. Nur die Störche sind noch nicht von ihrer weiten Reise aus Afrika zurückgekehrt. Eines Tages aber ist es soweit. Aufgeregt flattert die Gans über den Hof.

„Sie kommen, sie kommen!“ schnattert sie. Und tatsächlich: Das elegante Storchenpaar ist in der Ferne deutlich am Himmel zu erkennen.

Am Abend versammeln sich alle Tiere im Stall. Gespannt lauschen sie den aufregenden Geschichten und Abenteuern aus fernen Ländern.

Am liebsten hören sie Geschichten über den König der Tiere, den Löwen.

An diesem Abend sind sich die Tiere des Bauernhofes einig. Auch sie wollen einen König haben!

Aufgeregt sprechen alle durch einander.

„Ein König muss klug und weise sein!“ miaut die große schwarze Katze

„Groß und stark muss er sein!“ wiehert das Pferd.

„Gutmütig muss er sein!“ gibt die Kuh ruhig zu bedenken.

„Er muss bunt und majestätisch aussehen“, kräht der Hahn dazwischen.

 

Schon am nächsten Tag wollen sie ihren neuen König wählen.

 

Am nächsten Morgen geht es auf dem Bauernhof lebhaft zu. Jedes Tier hat sich herausgeputzt. Die Federn der Hühner glänzen, die Ferkel strahlen in einem zarten Hellrosa um die Wette und die Katze putzt schon seit dem Morgengrauen ihr weiches Fell. Jeder ist an diesem Tag besonders nett und freundlich zu den anderen.

Was aber dann geschieht, hatte keiner erwartet. Da jeder nur selbst König sein will, vergeht Stunde um Stunde ohne, dass sie sich einigen können.

Eine große Krähe, die ihnen schon eine ganze Weile aus dem Kirschbaum kopfschüttelnd zugeschaut hat, öffnet plötzlich den Schnabel und krächzt mit lauter Stimme: „He, hört mal zu! Eigentlich ist es doch ganz einfach: Alle oder keiner!“

Einen Moment sind alle still.

„Wie soll das gehen?“ grunzt das Schwein. „Es kann doch immer nur einen König geben“, meckert auch die Ziege verwundert.

„Es ist ganz einfach“, erwidert die Krähe. „Jeden Tag ist ein anderer von euch König!“

Nachdenklich blicken die Tiere sich an. Der Vorschlag gefällt ihnen. Sofort losen sie aus, welches Tier am morgigen Tag ihr König sein soll. Die Wahl fällt auf das Pferd.

Am nächsten Morgen erscheinen alle Tiere vor dem Pferdestall und begrüßen ihren neuen König.

 

Mit hoch erhobenem Kopf tritt das Pferd vor den Stall. Nach kurzem Jubel verstummen alle und warten gespannt.

„Liebe Untertanten“, sagt das Pferd mit lauter Stimme, „ich, der König, habe beschlossen den Tag mit euch zusammen auf der Wiese mit Galoppieren zu beginnen. Dann werden die Hühner meinen Stall säubern und heute Abend werden wir dann gemeinsam auf der Wiese ein Festmahl aus frischem Gras genießen.“ Zufrieden über seine guten Einfälle wirft das Pferd die Mähne zurück.

 

Doch kaum hat es zu Ende gesprochen, erhebt sich ein wütendes Gemurmel unter den Tieren.

„Vom Galoppieren bekomme ich bestimmt wunde Pfoten“, faucht die Katze sauer in die Menge.

Die Hennen flattern aufgebracht mit den Flügeln und rennen wild gackernd durcheinander.

„Wieso müssen ausgerechnet wir die ganze Arbeit machen?“, gackern sie.

 

„Ich hab’s ja gleich gewusst. Mit dem Pferd als König ist nichts anzufangen“, gackert eine wütende Henne. „Der wird schon sehen was er davon hat. Wenn ich erstmal König bin, dann lass ich ihn den ganzen Tag nur ein paar Körner fressen“, flüstert sie ihrer Nachbarin zu

 

Selbst das kleine Ferkel quengelt.

„Mama“, fiepst es, „wenn ich Gras fresse, bekomme ich immer solche Bauchschmerzen!“

Seine Mutter wirft dem Pferd einen vorwurfsvollen Blick zu. Selbst die Kuh schüttelt verständnislos den Kopf.

 

Erschrocken blickt der König in die aufgebrachte Menge. Nachdenklich betrachtet er die laut gackernden Hühner. Nach kurzer Zeit erhebt er erneut die Stimme.

„Meine lieben Untertanen“, beginnt das Pferd. „Ich habe soeben meine Pläne geändert. Die Hühner sind nicht länger für meinen Stall zuständig!“

Erstauntes Schweigen breitet sich auf dem Hof aus.

„Außerdem“, fährt der König fort, „wird heute Abend zwar ein Festmahl auf der großen Wiese stattfinden, aber jedes Tier wird sein Leibgericht essen dürfen. Und statt des Galoppierens würde ich einen bequemen Spaziergang vorschlagen.“

Die Tiere sind erleichtert. Der Hahn flattert begeistert mit den Flügeln und auch Mutter Sau schaut zufrieden.

Die Hennen beginnen sogleich wild durcheinander zu rennen, um sich die besten Körner für den Abend zu suchen.

 

Erleichtert sieht das Pferd wie alle Tiere sich zufrieden an die Vorbereitungen für den Abend machen. Auf einmal spürt es einen vorsichtigen Stups am Hinterbein. Verwundert wendet es den Kopf und blickt in zwei kleine, funkelnde Ferkelaugen. Aufgeregt kräuselt sich das Kringelschwänzchen und ein leises Stimmchen fiepst aufgeregt:

„Du, Herr König, danke, dass ich kein Gras fressen muss.“ Unruhig trippelt das Ferkel von einem Bein auf’s andere. Dann grinst es: „Und weißt du, wenn du willst, lass ich dich in meiner Lieblingspfütze baden, wenn ich mal König bin.“ Das Pferd lächelt und will grade etwas erwidern, doch das Ferkel ist schon wieder zu seinen Geschwistern gelaufen.

 

Am Abend, als der Mond den Hof in sein silbernes Licht taucht, schlafen alle Tiere satt und zufrieden in ihren Ställen. Morgen wird ein anderes Tier König sein und hoffentlich genauso klug und weise regieren.

Copyright by Jutta Gorschlüter, 48167 Münster

 

 

Suche Frieden – Liedtext

Refrain:

Suche Frieden – guter Gott – hilf mir ihn finden.

Suche Frieden – guter Gott – ganz tief in mir.

Lass mich lernen zu vertrauen

auf dich Herr möcht ich bauen,

mein Glaube an dich weist den Weg dafür.

 

Suche Frieden – guter Gott  – gib mir ein Zeichen,

suche Frieden – guter Gott – und gib mir Mut,

Menschen offen zu begegnen,

im Herzen sie zu segnen,

denn Freundlichkeit tut jedem Menschen gut.

 

Strophe 1:

Manchmal weiß ich nicht mehr weiter,

manchmal brauch ich einen Rat,

weil ich manches, an dem Schicksal was ich habe, gar nicht mag,

dann allein in solchen Stunden, fehlt mir Hoffnung, fehlt mir Kraft,

doch mit deiner Hilfe, weiß ich, dass ich´s schaff.

 

Refrain:

Suche Frieden – guter Gott – hilf mir ihn finden.

Suche Frieden – guter Gott – ganz tief in mir.

Lass mich lernen zu vertrauen

auf dich Herr möcht ich bauen,

mein Glaube an dich weist den Weg dafür.

 

Suche Frieden – guter Gott  – gib mir ein Zeichen,

suche Frieden – guter Gott – und gib mir Mut,

Menschen offen zu begegnen,

im Herzen sie zu segnen,

denn Freundlichkeit tut jedem Menschen gut.

 

Strophe 2:

Manchmal trennt uns eine Sprache,

wir verstehn einander nicht,

doch wer Heimat sucht braucht Hilfe und braucht Menschen mit Gesicht,

braucht Begegnung und ein Lächeln, eine Hand die man ihm reicht,

ich weiß, dass du nie von meiner Seite weichst.

 

Refrain:

Suche Frieden – guter Gott – hilf mir ihn finden.

Suche Frieden – guter Gott – ganz tief in mir.

Lass mich lernen zu vertrauen

auf dich Herr möcht ich bauen,

mein Glaube an dich weist den Weg dafür.

 

Suche Frieden – guter Gott  – gib mir ein Zeichen,

suche Frieden – guter Gott – und gib mir Mut,

Menschen offen zu begegnen,

im Herzen sie zu segnen,

denn Freundlichkeit tut jedem Menschen gut.

 

Strophe 3:

Manchmal seh ich all das Elend, seh die Angst und seh die Not,

und in solchen Zeiten frage ich mich, wo bist du mein Gott.

Warum lässt du das geschehen, und was willst du, dass ich tu,

doch wo Menschen Frieden stiften,– da bist du.

 

Refrain:

Suche Frieden – guter Gott – hilf mir ihn finden.

Suche Frieden – guter Gott – ganz tief in mir.

Lass mich lernen zu vertrauen

auf dich Herr möcht ich bauen,

mein Glaube an dich weist den Weg dafür.

 

Suche Frieden – guter Gott  – gib mir ein Zeichen,

suche Frieden – guter Gott – und gib mir Mut,

Menschen offen zu begegnen,

im Herzen sie zu segnen,

denn Freundlichkeit tut jedem Menschen gut.

 

Langsamer (Refrain):

Halt die Hände über mich, ich will dir folgen,

halt die Hände über mich bei Tag und Nacht,

schütz die Menschen, die wir lieben,

schenk allen deinen Frieden

und gib in meinem Leben auf mich acht

 

Text und Musik: Jutta Gorschlüter 6/2017

 

Suche Frieden Noten

 

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