Hausaufgaben: Ein guter Start

Der Lernort

Eine oft gestellte Frage von Eltern lautet: Soll mein Kind seine Hausaufgaben in seinem Zimmer am eigenen Schreibtisch erledigen oder darf es sie auch am Küchentisch machen?

Soll ich helfen oder muss er oder sie die Hausaufgaben ganz alleine schaffen?

Hier einiges, was es aus unserer Erfahrung zu bedenken gilt: 

Es gibt durchaus gute Argumente sowohl für den eigenen Schreibtisch, als auch für den Küchentisch. Und es ist ja so, dass nicht jedes Kind über einen eigenen Schreibtisch und ein eigenes Zimmer verfügt. Also ergänzen wir das Spektrum und nehmen eine weitere Möglichkeit hinzu: Den niedrigen Couchtisch im Wohnzimmer, mit Unterstützung eines dicken Kissens. Gerade bewegungsfreudige Kinder profitieren vom Couchtisch, da sie die Sitzhaltung dabei öfter wechseln können. 

Kinderzimmer bieten oft eine gute Rückzugsmöglichkeit und eine ruhige, ungestörte Atmosphäre. Je nachdem, wie die Größe eines Kinderzimmers beschaffen ist, ob man es mit einem Geschwisterkind teilen muss, wie das Zimmer stukturiert ist (z.B. nur offene Regale und alles Spielzeug ist sofort sichtbar), können die Reize und Ablenkungen in einem Kinderzimmer, wie in diesem Beispiel das im Blickfeld liegende Spielzeug, für ein Kind ungünstig sein.  

Auch die inneren Störungen sollten, soweit es möglich ist, ausgeschaltet sein. Wenn das Kind Angst hat, sich nachher nicht mehr verabreden zu können, weil es länger mit den Hausaufgaben braucht als andere und der Freund oder die Freundin sich dann schon verabredet haben, müssen Sie an dieser Stelle eine für alle zufrieden stellende Lösung finden. 

Für andere innere Störungen (der Streit mit der besten Freundin, der Tadel der Lehrerin, ein krankes Kaninchen etc.) gilt: Zeigen Sie Mitgefühl. Innere Störungen müssen benannt und gefühlt werden dürfen. Sie haben eine Berechtigung und dürfen sein ohne gleich mit Pseudolösungen zurückgedrängt zu werden. 

Manchen Kindern verschafft es ein Gefühl von Sicherheit, ihre Hausaufgaben am Küchentisch zu erledigen und die Nähe eines Erwachsenen zu spüren. Auch gewohnte Alltagsgeräusche (wie z.B. das Laufen des Geschirrspülers) wirken auf manche Kinder beruhigend, während sie andere eher ablenken. Ausgenommen sind hier jedoch laute Unterhaltungen und Geräusche, die durch Radio, Fernsehen oder Telefonate verursacht werden, da sie die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich ziehen. Man möchte ja schließlich nichts wichtiges verpassen. 

Grundsätzlich ist es wichtig, dass das Kind einen aufgeräumten Arbeitsplatz hat bzw. ihn sich zuvor schafft, bevor es mit den Hausaufgaben beginnt. Arbeitsmaterialien sollten in Reichweite liegen. Alles, was ablenkt, sollte nicht im Blickfeld sein. Auch auf eine gute Beleuchtung ist in dunklen Jahreszeiten zu achten. Dabei sollte bei Rechtshändern das Licht von links scheinen, bei Linkshändern von rechts. Störende Geräusche wie Unterhaltungen anderer, Geräusche durch Geschwister verursacht, ein klingelndes Telefon, der Fernseher usw. sollten reduziert werden, soweit dies möglich ist. 

Aufwärmen

Erklären Sie Ihren Kindern, wie man bei den Hausaufgaben am besten vorgeht! Es ist wie beim Fußballtraining: Zuerst kommt die Aufwärmphase, d.h. eine Aufgabe, die ich gerne mache, die leicht zu erledigen ist. Im Anschluss beginnt das eigentliche Training, d.h. der Hauptteil, für den ich die meiste Energie aufbringen muss. Und dann am Schluss das Mannschaftsspiel, also wieder etwas „Leichtes“.

Kurze Konzentrationsspiele können die Aufwärmphase ersetzen!

Überblick verschaffen

Jetzt kommt die entscheidende Frage, die sich ein Kind stellen muss, nämlich: Was habe ich auf? Und: Wie viel Zeit habe ich dafür zur Verfügung? Ist das Pensum zu groß, lautet die Frage: Was kann ich auf heute Abend oder evtl. auch auf Morgen verschieben? 

Handelt es sich um einfache Aufgaben, gibt es Kinder, die diese bei ihnen bekannter Musik durchaus gut erledigen können. Allerdings sollte die Musik wirklich nur im Hintergrund laufen, damit die Aufmerksamkeit nicht vordergründig auf die Musik gerichtet ist. Bei anspruchsvolleren Aufgaben kann die gleiche Musik auch störend wirken und dann gilt, es Reize zu reduzieren.

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